Auf Entdeckungsreise in die Kunst

Schloss Voergaard birgt eine Fülle von Kunstschätzen – von Napoleons Essgeschirr bis zu kostbaren Ming-Vasen. Dänemarks größte private Kunstsammlung ist breitgefächert.

Voergaard ist kein Museum, sondern präsentiert sich so, wie es vom letzten Besitzer, dem Grafen Oberbech-Clausen, eingerichtet und möbliert wurde. Er war es, der die große Sammlung von Möbeln, Antiquitäten, Gemälden, Porzellan und Silber von seinen Besitztümern in Frankreich zusammengetragen hat, u. a. mit Kleinoden aus dem persönlichen Besitz von Ludwig XIV., Ludwig XVI. und Marie-Antoinette sowie mit Werken von Rubens, Rafael, Goya und El Greco.

Die zahlreichen Räume des Schlosses bieten einen interessanten Einblick, wie wohlhabende Herrensitze im Laufe der Zeiten eingerichtet wurden. Erleben Sie es selbst.

Ejnar Oberbech-Clausen

Der dänisch-französische Graf Ejnar Oberbech-Clausen kaufte Schloss Voergaard im Jahre 1955, und es ist in erster Linie sein Verdienst, dass wir uns heute an dieser kulturhistorischen Perle erfreuen können.

Als junger Mann reiste er nach Frankreich und bekam 1907 eine Anstellung auf einem der Weinschlösser des Grafen Chenu-Lafitte im Raum Bordeaux. 1908 heiratete Ejnar Oberbech-Clausen die Witwe des Grafen, die 1941 bei einem Luftangriff auf Bordeaux starb. Mit dem Erbe seiner Frau war es Ejnar Oberbech-Clausen möglich, einen dänischen Herrensitz zu erwerben, und die Wahl fiel auf Voergaard. Ejnar Oberbech-Clausen ließ das Anwesen umfassend und aufwändig renovieren, was mehrere Jahre in Anspruch nahm.

Ejnar Oberbech-Clausen gründete "Den Grevelige Oberbech-Clausen-Péanske Familiefond", dessen Aufgabe es ist, Voergaard und seine kostbare Kunstsammlung, die der Graf von seiner Frau und deren Familie geerbt hatte, zu erhalten und als Familienstiftung fungieren zu lassen. Ejnar Oberbech-Clausen starb 1963 im Alter von 80 Jahren.

Das Goldene Zimmer

Peder Reedtz erbte Voergaard im Jahre 1732 und ließ das Anwesen restaurieren – sein Werk ist u. a das Goldene Zimmer, dessen Wände seit ca. 1750 eine vergoldete Ledertapete schmückt, hergestellt aus Fellen von Wildschweinen, die in den schlosseigenen Wäldern geschossen wurden.

Der Renaissanceteil von Voergaard, der Ostflügel

1578 ist Voergaard Gegenstand eines Tauschvertrags zwischen Karen Krabbe und dem damaligen Besitzer, König Frederik II. Karen Krabbe schenkte Voergaard ihrer Tochter, Ingeborg Skeel, der mit Abstand berühmtesten und sagenumwobensten Besitzerin des Anwesens. Während Ingeborgs Zeit wurde das Schloss umfassend umgebaut, und der sandsteingeschmückte Ostflügel von Voergaard, den wir heute bewundern, ist Ingeborg Skeels Werk. Dieser üppig verzierte und äußerst detailreiche Flügel gehört zu den schönsten und prächtigsten Renaissancebauwerken Dänemarks.
Welchem Baumeister wir dieses Meisterwerk zu verdanken haben, ist nicht mit Sicherheit bekannt, doch vieles deutet auf den niederländischen Bildhauer Philip Brandin hin.

Der spätgotische Teil von Voergaard, der Nordflügel

Voergaard wurde häufig von Bischof Stygge Krumpen und seiner Geliebten Elsebeth Gyldenstierne benutzt, was für die Zeitgenossen ein großes Ärgernis war. Zwar hatte der Bischof ein Zölibatsgelübde abgelegt, und doch lebte er mit der adligen Elsebeth Gyldenstierne ein fast weltliches Leben wie Mann und Frau, mit allem, was dazugehörte, wie Feste und Jagden.
Die Privatgemächer des Bischofs umfassten einige Räume mit gotischem Kreuzrippengewölbe, das u. a. im Speisesaal noch zu sehen ist.

Das Sandsteinportal

Das Portal wird von den Initialen von König Frederik II. und Königin Sophie geschmückt.
Das Hauptportal von Voergaard ist die Kulmination der Steinmetzkunst im Dänemark des 16. Jh.
Der König schenkte es Ingeborg Skeel während eines Besuchs auf Voergaard.

Der Musiksalon

Im Musiksalon steht eine der beiden Anrichten von Voergaard, die der Hofschreiner von König Ludwig XVI., Riesener, mit vergoldeten Bronzebeschlägen und Dekorationen von Gouthière anfertigte. Darüber hängt ein Landschaftsgemälde der Pyrenäen von Gudin (1802-80) und in einer Ecke die Darstellung einer französischen Wassermühle von Corot (1796-1873).